23.11.2008 – Umzug auf die Winterwiese + der erste Schnee

Die Rinder sind nun auf die Winterwiese umgezogen.

Unser Rinderquartett_23.11.2008
Foto: Das Rinderquartett grast auf der Winterwiese. Anna versteckt sich hier ein bisschen hinter Dunja.

Sonntag Vormittag sind wir zu den Muhs zum Füttern gefahren und haben (mit Schrecken) festgestellt, dass Anna
und Dunja bullig sind. 🙄 (Bullig = Paarungsbereit 😉 )

Wenn die Muhs bullig sind, sind die völlig neben der Spur! Wie ausgewechselt, und total plemplem!
Andauernd bespringen die sich, von hinten, vorn vorne, von der Seite – alles ist da egal, und wenn man daneben
steht wird man platt gemacht, alles wird plattgemacht im Umkreis. 😕

Erstmal haben wir dann gesehen, dass der Unterstand an einer Ecke eingestürzt war. Verletzt war keine Kuh, es wurde
munter weiter gebullt. Die Täter waren sicherlich die beiden Kühe mit ihren Tonnenkörpern, die walzen schließlich alles
gnadenlos platt, wenn sie sich bespringen und dann vorwärtslaufen. 🙄

Auch von der Silage, die sie sonst immer brav fressen, wurden immer nur ein paar Bissen genommen, dann wurde der gefleckte
Kuhpo der anderen gesehen und sofort (sie geben dann immer so ein kleines, leises, quäkendes Muhen von sich) wird draufgesprungen.

Wir haben dann ausgemistet und Kuhfladen entfernt und den zerstörten Unterstand so abgesperrt, damit diese wolllüstigen, dauergeilen
Biester den Unterstand nicht noch weiter zerstören…

Wieder zu Haus/ auf der Winterwiese angekommen mussten wir noch den neuen Luxus-Unterstand mit Stroh einstreuen und die Wasserkübel aufstellen.
Dann kam der Landwirt, der netterweise angeboten hatte, unsere vier Rinder zur Winterwiese zu fahren. (Danke nochmal)
Er schlug vor, die Rinder statt wie geplant in einem Laufgatter, lieber in einem geschlossenen Anhänger zur Winterwiese zu fahren.

Der Hänger war oben offen. Bis zu einer Höhe von ca. 1,50 waren Bretter, danach kamen darüber drei dicke Metallstangen. (Ich hatte trotzdem
Angst, dass sie da während der Fahrt rüber bzw. hochspringen… 😯 )

Wir sind dann zur Straße gefahren, wo die Muhs standen und haben erst mal Anna und Dunja von der Wiese weggeführt. Tja, wir
dachten eigentlich, dass die Damen beim Führen abgelenkt waren von ihrem Bedürfnis, sich andauernd zu bespringen – falsch gedacht!
Wir mussten nebeneinander gehen, da sonst die hintere Kuh die Vordere sofort bestiegen hätte! 🙄

Beim Hänger angekommen (die Muhs waren ziemlich nervös und haben sich einmal fast losgerissen, grrr), haben wir erst mal versucht Dunja
die Rampe hochzuführen. Zwei Schritte ist sie gegangen – dann wieder zurück. (Sie ist sowas auch nicht gewohnt).

Als Zera dann versucht hat, Anna hochzuführen, ist Dunja wie eine wilde auf Annas Hinterteil losgegangen und wollte draufspringen!!!! 😯
Wir konnten beide Kühe kaum halten.
Bei einem weiteren Versuch, Anna die Rampe hochzuführen, schaffte es Dunja, auf Anna draufzuspringen – und drauf zu bleiben!!!!

Zera „ging“ mit Anna am Führstrick im Kreis, Dunja hinten drauf und ich daneben. Das war bestimmt ein Bild für die Kuh-Götter! 😆

(Eine Katastrophe wärs ja gewesen, wenn eine Kuh auf dem Hänger stünde und die andere draufgesprungen wäre – na dann gute Nacht! Aber das
ist zum Glück nicht passiert!)

Also musste Dunja zuerst auf den Hänger, da sie ja anscheinend den Anblick von Annas Hinterteil nicht ertragen konnte. 😉

Schließlich habe ich Dunja wieder zur Rampe führen können, die beiden Vorderfüße waren drauf, dann ging nix mehr. 😆
Ich habe Dunja eine leckere Kartoffel hingehalten, sie streckte aber nur ihre lange Zunge raus und versuchte, sie zu erreichen.
Iiiiirgendwann nach etlichen Minuten ist sie noch einen Schritt gegangen und iiiiirgendwann wieder nach etlichen Minuten (der Landwirt schob
von hinten, ich lockte vorne) ist sie dann tatsächlich draufgegangen! *staun*
(Das hat aber wirklich lange gedauert!)

Dann haben wir sie schnell vorne an einer stabilen Eisenstange festgebunden und Zera hat versucht, Anna raufzuführen.

Anna ist immer seitlich von der Rampe weggegangen, aber irgendwann nach einigen Minuten ist sie hochgetrampelt und ab da wurde es gefährlich.

Ich weiß nur noch, dass Anna es geschafft hat, sich dort zwischen Dunja und Hängerwand zu drehen (!!!!) und Zera und mich volle Kanne gegen
Dunja gequetscht hat. Bevor sie wieder die Rampe runter flitzen konnte, hat der Landwirt aber die Klappe geschlossen.
Nur wir standen so halbzerquetscht zwischen den Kühen. Wenn Anna uns gegen die Wand gedrückt hätte, dann könnte ich das alles hier vermutlich
nicht berichten… Das war unsere erste Nahtod-Erfahrung. 😉

Anna ist dann ein Stückchen nach vorne gegangen, so dass ich dem Landwirt ihren Führstrick zuwerfen konnte, Zera hat sich dann auch nach vorne
durchgequetscht und zum Schluss ich.
Anna wurde dann vorne – bzw. es war ja eigentlich der hintere Teil des Hängers – schnell festgebunden und da wir dort die beiden Ochsen nicht auch
noch mit draufquetschen wollten, ist der Landwirt losgedüst und wir mit dem Auto hinterher.
Ich hatte echt große Angst, dass die beiden Kühe hochspringen, das haben sie aber zum Glück nicht gemacht und nach 2,5 km durchs Dorf waren wir am Ziel.
Anna konnte ja direkt aussteigen, da sie falschrum auf dem Hänger stand und wurde auf die Wiese geführt. Dunja hat sich volles Rohr auf dem Hänger gedreht
(der hat ganz schön gewackelt…) und ist auch brav die Rampe runter und auf die Wiese (da hat sie mich dann hinterhergezerrt, die alte Ziege).
Dort haben sie dann natürlich als erstes angefangen zu grasen. 🙂

Wir sind dann wieder zurück, um den „Rest“ einzusammeln.
Gleiches Spiel von vorn.
Die Jungs waren natürlich nicht bullig ( 😉 ), aber Amigo ist totaaal abgegegangen, weil seine geliebte Mami ja plötzlich weg war!
Milo war auch recht nervös, aber ließ sich noch ganz gut führen.
Zera hat dann Milos Po als Amigo-Stopper benutzt und wir haben die beiden nervösen Dinger zum Anhänger geführt.

Als wir näher kamen, stockte Milo ein wenig – sowas hat er ja bisher noch nie gesehen. Bei der Rampe angekommen musste er erstmal schnuppern,
dann ist er einen Schritt draufgegangen – Milo hat wunderbar die Füße hochgehoben und zack, sind wir zusammen die Rampe hochgegangen. 😆

Schnell wurde Herr Milo an der Eisenstange festgebunden, und zack kam auch schon Zera mit Amigo rauf! Das ging fix! Amigo wurde auch schnell
angebunden, alles dichtgemacht und los gings!
Wieder das gleiche Zitterspiel während der Fahrt (Zera und ich im Auto dahinter: „Bitte seid schööööön brav, niiicht hochspringen, gaaanz braaav!“
Obwohl sie uns ja nicht hören konnten).

Bei der Wiese angekommen haben sich die Jungs auch im Hänger gedreht, und wir haben sie die Rampe runtergeführt und auf die Wiese, wo sie sofort
anfingen zu grasen.
Die Kühe waren mittlerweile schon wieder dabei, sich fleißig zu bespringen. 🙄

Dann haben wir sie erstmal beobachtet und unsere zittrigen Knie beruhigt.
Milo und Amigo haben dann noch ihr neues „Territorium“ eingeweit, zuerst zögerlich, doch dann sind sie rumgaloppiert und gesprungen, das war echt süß.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie Milo mit seinem gesunden Bein galoppiert und über diese kleine Erhebung zwischen Wiese und Nachbars Grundstück gesprungen
ist, das war so toll. Auch Amigo ist volles Rohr rumgaloppiert. 😆

Wir haben dann noch versucht, Annas Euter mit Penatencreme einzuschmieren, weil wir ja nochmal wegmussten, aber die Dame ist immer geflohen und Dunja
hinterher. (Die Creme deshalb, damit – falls Amigo ans Euter gegangen wäre – ekligen Cremegeschmack im Maul gehabt hätte und Anna hoffentlich in Ruhe gelassen hätte).
Irgendwann hatte Zera es geschafft und wir sind nochmal losgedüst und haben das Weidezaungerät und die restlichen Wasserkübel geholt.

Etwas später haben wir sie dann getrennt, die Jungs haben sich dann in ihre bequeme Unterstandhälfte gelegt. 🙂
(Bald können sie hoffentlich wieder ganz zusammen, wir wollen nur sichergehen, dass Amigo nicht mehr an Annas Euter geht!)
Die Kühe allerdings waren immer noch auf der Grasseite und haben mal gefressen, mal gebullt. Nicht einmal haben sie sich den Rest vom Grundstück bzw.
den Unterstand angeguckt, Tsstss.

Dunja bespringt Anna_23.11.2008
Foto: Und wenn die beiden Kühe nicht grasen, bespringen sie sich…

Dunja bespringt Anna02_23.11.2008
Foto: Dunja läuft auf zwei Beinen mit.

Dunja bespringt Anna03_23.11.2008
Foto: Noch eine Runde.

Dunja bespringt Anna04_23.11.2008
Foto: Die beiden scheinen viel Ausdauer zu haben!

Anna+Dunja grasen_23.11.2008
Foto: Zwischendurch eine kleine Stärkung. Aber natürlich weicht keine Kuh der anderen von der Seite!

Milo grast_23.11.2008
Foto: Auch Milo lässt sich das Gras schmecken.

Amigo erkundet die neue, vergrößerte Winterwiese_23.11.2008
Foto: Amigo erkundet die Wiese.

Milo+Amigo in der Senke_23.11.2008
Foto: Milo und Amigo in der Senke.

Am nächsten Tag hatten sich die Kühe wieder beruhigt und außerdem lag Schnee.

Anna liegt zwischen den Bäumen_24.11.2008
Foto: Am nächsten Tag entdeckte ich Anna, als ich über unseren Gartenzaun lugte. Sie hatte sich wohl lieber draußen hingelegt,
vielleicht, damit sie ein bisschen Ruhe vor der bulligen Dunja hatte. 😉

Die Jungs+Dunja im Unterstand_24.11.2008
Foto: Die Jungs und Dunja im Unterstand.

Das Quartett im Unterstand_26.11.2008
Foto: Einige Tage später. Die Vier legen sich zur Mittagszeit immer in den Unterstand und wiederkäuen. 🙂

Die Ochsen im Unterstand_26.11.2008
Foto: Milo und Amigo in ihrer Hälfte des Unterstandes.

Die Kühe im Unterstand_26.11.2008
Foto: Dunja und Anna.

(c) Fotos, Text: Dunni

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