Die Vorgeschichte oder „Wie kommt man eigentlich zu einem Pflegekalb!?“

Erstmal muss ich erklären, wie wir überhaupt dazu kamen, Dunja und Anna zu kaufen.

Zera ging schon etwas länger zu einem kleinen Milchviehbetrieb in ihrem Dorf und bildete dort sozusagen die Kälbchen aus. Sie nahm sie ans Halfter, führte sie spazieren und putzte sie. So wurden die Kälber richtig zahm und auch schön Halfterführig.
Als wir uns dann in der Schule kennenlernten, schleppte sie mich einfach mal mit zu den netten Schwarzweißchen. Ich hatte Anfangs echt Angst vor diesen großen Viechern.
Sie hatte gerade angefangen, Anna, ein süßes Kälbchen, dass am 01.07.2000 geboren worden war ans Halfter zu gewöhnen. Ich nahm dann übergangsweise die kleine Fine ans Halfter und zusammen spazierten wir über die Wiese.
Am 22.08.2000 waren wir ebenfalls wieder auf der Wiese unterwegs und fotografierten nebenbei noch die grasenden Kühe. Uns fiel auf, dass Delia, eine nette ältere Kuh, ziemlich „anhänglich“ war und immer in unserer Nähe blieb.
Als wir die Kälber wieder in ihren Auslauf und zu ihren Kälberfreundinnen gebracht hatten (Pauline, Merle und Ginger), gingen wir wieder auf die Wiese um, die Jungrinder Bella, Leila und Co zu putzen.
Der Landwirt hatte Delia auf der Wiese gelassen, da sie wohl bald kalben sollte.
Und tatsächlich: Bald legte sich Delia hin und als Zera nachschauen ging, schwappte ihr erstmal eine Welle Fruchtwasser über die Gummistiefel. O.o

Dann setzten die Wehen ein und zum Vorschein kamen zwei kleine Beinchen und ein Näschen mit heraushängender Zunge. Wir halfen Delia dann, indem wir Klein-Dunja herauszogen. Delai stand sofort auf und leckte ihr Kälbchen ab.
Dunja stand natürlich nach einer Weile schon auf den wackligen Beinchen und trank Milch aus dem Euter.

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Foto: Klein-Dunja nach der Geburt am 22.08.2000 mit ihrer Mutter Delia, die gierig Futter aus einem Eimer frisst.

Am nächsten Tag wurden sie dann abends leider getrennt: Delia musste mit den anderen Kühen in den Stall zum Melken und Dunja wurde zu den anderen fünf Kälbern in den Kälberauslauf bugsiert.

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Foto: Dunja und Anna (rechts) fressen im Kälberauslauf Heu.

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Foto: Dunja als kleines Kälbchen.

Dann stand fest, dass Dunja (der ich auch ihren Namen gab) mein erstes Pflegekälbchen sein würde.

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Foto: Anna (ganz links), Fine (mitte) und Dunja (rechts) beim Ausführen auf der Wiese. Dunjas erstes Halfter war rosa. *urks*

Von nun an spazierten wir mit Anna und Dunja über die Wiese und begleiteten sie durch ihre „Kindheit“.

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Foto: Anna mit 10 Monaten.

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Foto: Dunja mit 10 Monaten.

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Foto: Hier ist Dunja schon etwas älter und hat noch ihre schönen Hörner.

Wir konnten echt froh sein, dass die beiden sich so lange so gut gehalten haben, denn all ihre damaligen Kälberfreundinnen – Ginger (später Gunda genannt), Pauline (später Minna genannt), Merle (später Perle genannt), Fine (später Flora genannt) wurden nach und nach krank und an den Schlachter verkauft. Einzig Anna und Dunja blieben von dieser „2000er-Generation“ über.

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Foto: Anna und Dunja sind ziemlich gewachsen und tragen jetzt Kaltblut-Halfter.

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Foto: Dunja und Anna

Und nun, sieben Jahre danach haben wir Anna und Dunja endlich gekauft und vor ihrem Schlacht-Schicksal gerettet.
Dazu kommen noch die Kälber Amigo (Annas Sohn) und Milo (Sohn von Becky, einer jungen Kuh, die noch auf dem Hof steht). Diese beiden haben wir ebenfalls gekauft und nun haben wir ein nettes Rinderquartett auf der Wiese stehen. 🙂

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Foto: Anna (liegt), Dunja (steht) und die beiden Kälber Amigo und Milo (links) gehören endlich zu uns. 🙂

(c) Fotos: Zera, Dunni
(c) Text: Dunni

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