Die Euter werden kleiner…

Hier mal ein Fotovergleich, wie klein die Euter von Anna und Dunja geworden sind.
Anna ernährt ja noch Amigo und Milo mit ihrer Milch, da sie aber kein Kraftfutter und anderes „Powerfutter“ mehr bekommt, ist ihr Euter schön klein geworden. (Und trotzdem reicht die Milch noch für zwei Kälber!)

Annas Euter

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Foto: Anna mit prall gefülltem, riesigen Euter am 28.Juli 2007

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Foto: Nochmal Anna mit großem Euter.

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Foto: Annas großes Euter von hinten.

Hier nun Annas geschrumpftes Euter

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Foto: Annas Euter ist nach einem Monat deutlich kleiner geworden.

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Foto: Annas kleineres Euter.

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Foto: Annas Euter von hinten. Es ist nun viel faltiger. 😉

Dunjas Euter

Dunjas letzte Geburt ist schon über ein Jahr her gewesen, als wir sie gekauft haben und sie war auch nicht mehr tragend. Daher entscheiden wir uns, sie trockenzustellen. (Also sie nicht mehr zu melken, so dass ihr Euter die Milchproduktion einstellt).

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Foto: Dunjas Euter Anfang August. Es war auch nicht gerade klein, obwohl sie nicht mehr so viel Milch gab wie Anna.

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Foto: Dunjas Euter von hinten. Es war noch recht groß Anfang August.

Dunjas geschrumpftes Euter

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Foto: Dunjas Euter Ende August, es ist deutlich kleiner geworden.

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Foto: Dunjas Euter von der anderen Seite.

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Foto: Dunjas geschrumpftes Euter von hinten. Ebenso wie Annas Euter ist es faltig und klein geworden. 🙂

(c) Fotos: Zera, Dunni
(c) Text: Dunni

~ Dunja ~

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Foto: Dunja popelt. 😆 (August 2007)

Dunja ist – genau wie unsere anderen drei Rinder – eine deutsche Holstein/Schwarzbunte. Sie wurde am 22.08.2000 geboren und ich habe sie als Kälbchen ans Halfter gewöhnt.
Zusammen mit Anna, Zeras Kuh, wuchs Dunja auf ihrem alten Hof auf und bekam dort im Laufe der Jahre insgesamt fünf Kälber.
Am 27.07.2007 haben wir sie dann zusammen mit Anna, Amigo und Milo gekauft. Dunja ist lieb, sehr verfressen und kann ganz schön aufdringlich sein, wenn es ums Essen geht. Sie steht in der Rangordnung unter Amigo und Anna. Dunja wurde kurz nach dem Kauf von uns trockengestellt, da Anna die beiden Kälber mit ihrer Milch versorgen konnte. Dunja ist 1,48m groß und ihr Spitzname ist übrigens Dunni. 😆

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Foto: Dunja am 02. Januar 2008 im Schnee.

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Foto: Dunja im Sommer 2008.

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Foto: Dunja im Sommer 2009.

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Foto: Dunja schaut neugierig in die Kamera, Sommer 2010.

~ Milo ~

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Foto: Unser süßes Kuschelkalb Milo, August 2007.

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Foto: Der süße Milo, August 2007.

Milos Mutter heißt Becky und ist eine Kuh, die zu früh gekalbt hat. Milos Vater hieß Aslan, der auch Amigos Vater war.
Milo wurde mit einem schiefen Fesselgelenk geboren und blieb deshalb länger auf dem Hof (sein Bein ist übrigens „verheilt“ und er kann ganz normal laufen. 😉 ).
Juna erklärte sich dann bereit, Milo aufzunehmen und wir überredeten die Bauern, uns Milo mit zu verkaufen. Mit Juna machten wir dann aus, dass Milo „erstmal“ bei uns bleiben solle, damit er und Amigo Spielgefährten werden können und außerdem hatten wir ja Anna als Milchquelle zur Verfügung. 😉 (Anfangs konnte er jedoch gar nicht aus dem Euter trinken, doch später klappte das super!)
Später beschlossen wir dann, dass Milo bei uns bleiben solle. 🙂
Milo ist seeehr lieb und zutraulich und kuschelt gerne. Er wurde am 19.06.2007 geboren und sein Spitzname ist Herr Milo. Er ist übrigens das Schlußlicht in der Rangfolge.

Leider mussten wir Milo am 13.08.2011 mit gerade einmal vier Jahren einschläfern lassen. 🙁
Hier kommt ihr zum Beitrag:
Klick!

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Foto: Milo mit Puschelfell im Oktober 2007.

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Foto: Milo im Frühjahr 2008.

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Foto: Milo (links) und Kumpel Amigo im Sommer 2008.

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Foto: Der hübsche Milo im Sommer 2009. Bei uns wurden er und Amigo übrigens nicht enthornt.

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Foto: Milo im Sommer 2010.

~ Amigo ~

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Foto: Amigo als Kälbchen, Sommer 2007.

Amigo wurde am 30.06.2007 geboren, sein Spitzname ist Migo. Zera und ich waren bei der Geburt mit dabei und konnten mit ansehen, wie lieb Anna ihr Kalb nach der Geburt ableckte. Leider wurden beide nach der Geburt getrennt. 🙁
Am 27.07.2007 kauften wir dann aber Anna, ihren Sohn Amigo, sowie Dunja und Milo und nach ein paar Tagen nahm Anna ihren Sohn wieder an!
Er durfte dann sogar nach Herzenslust am Euter trinken, ein großer Fortschritt, da Anna anfangs nichts und niemanden an ihr Euter ließ. Amigo war als Kälbchen ein frecher Wildfang, der – wenn er keine Lust auf uns hatte – sich auch nicht einfangen ließ. Doch meist lässt er sich mit ein paar Leckerlis doch bestechen. 😉
Er wächst zusammen mit seinem Kumpel Milo auf, der fast gleich alt ist. Die beiden Jungs werden nicht enthornt (die Hörner sind richtig schön gewachsen), sie wurden aber beide im Oktober 2007 kastriert.
Im Sommer 2008 wurden beide von Anna abgesetzt, da Anna endlich auch trockengestellt werden sollte. Wir trennten die beiden Jungs von den beiden Mädels mittels eines Elektrozaunes, sodass sie sich zwar noch sehen konnten, aber die Jungs nicht mehr an Annas Euter herankamen.
Im Winter 2008 durften dann alle Vier wieder zusammen auf eine Wiese. Inzwischen hat der große Amigo (immerhin hat er die nicht allzu kleinen Kühe überholt und misst nun stattliche 1,70m!) die Rangordung aufgemischt. Vorher war seine Mutter Anna die Chefin und Dunja stand auch noch über Amigo. Inzwischen ist Amigo Herdenchef und steht nun über seiner Mutter und über Dunja (sein Kumpel Milo ist und war von Anfang an das Schlußlicht. 😆 )

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Foto: Amigo neben seiner Mutter Anna, Sommer 2010.

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Foto: Amigo im Herbst 2007 – langsam wird das Fell plüschiger. 😆

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Foto: Frühjahr 2007, Amigo ist schon ziemlich gewachsen.

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Foto: Amigo lässt sichs schmecken, Winter 2008.

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Foto: Amigo und sein Freund Milo (hinten) im Sommer 2009.

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Foto: Der große Amigo im Frühjahr 2010 – dahinter sieht man das Hinterteil von Dunja. Ein ziemlicher Größenunterscheid!

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Foto: Amigo und sein Kumpel Milo (hinten) im Sommer 2010.

~ Anna ~

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Foto: Anna im Sommer 2010.

Anna ist eine deutsche Holstein oder auch Schwarzbunte genannt. Sie wurde am 1.07.2000 geboren und von Zera ans Halfter gewöhnt.
Anna ist lieb und sehr sensibel, kann aber auch ab und zu ziemlich stur sein. Sie ist mit einem Stockmaß von 1,53m sehr groß geraten, dass scheint sie auch an ihren Sohn Amigo weitergegeben zu haben. ^^
Am 30.06.2007 hat sie ihren Sohn Amigo auf der Wiese zur Welt gebracht, sie wurden aber leider wieder getrennt.
Als wir Anna und Amigo zusammen mit Dunja und Milo am 27.07.2007 kauften, dachten wir nicht, dass Anna ihren Sohn wiedererkennt. Wir haben uns getäuscht, Anna hat ihren Sohn wieder angenommen und konnte so zum ersten Mal in ihrem Leben ihr Kälbchen aufziehen. (Amigo ist Annas fünftes Kalb). Amigo und Milo bekamen ihre Milch beide von Anna, da Dunja trockengestellt wurde.
Anna wurde schließlich am 12.05.2008 trockengestellt, indem wir die beiden Mädels mit Stromzaun von den beiden Jungs trennten. So kamen Amigo und Milo nicht mehr an Annas Euter.
Leider war Anna sehr anfällig für Euterentzündungen und wir mussten sie einige Male behandeln. Im Winter 2008 konnten wir das Quartett aber wieder zusammenführen und seither steht Anna auch trocken und hat ein schönes, kleines Euter bekommen. Inzwischen ist sie auch (endlich!) nicht mehr so mager wie am Anfang und sieht richtig gesund und wohlgenährt aus. 🙂

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Foto: Anna im Sommer 2007, noch mit riesigem Euter.

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Foto: Anna und ihr Sohn Amigo, September 2007.

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Foto: Da ist aber jemand neugierig. 😆 (November 2007)

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Foto: Anna im Frühjahr 2008.

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Foto: Anna grast, Sommer 2008.

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Foto: Anna im Sommer 2009.

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Foto: Anna im Schnee, Winter 2009/2010.

23.08.2007 – Hochwasser – die Rinder-Evakuierung

Am 22.08.2007 (Dunjas Geburtstag) durften wir unsere Vier auf die Pferdewiese unserer Verpachter stellen, da diese nicht ganz so matschig wie unsere Wiese war.
Zuerst führten wir Anna und Amigo, dann Dunja und Milo auf die nicht weit entfernte Wiese. Dort tobten die Kälber und auch Dunja erstmal herum, während Anna zufrieden graste.
Da jedoch Hochwasser-Warnstufe war (ist), haben wir am 23.08.2007 bei unseren Verpachtern einen Offenstall abzäunen dürfen. (Der Offenstall mit Paddock wäre zu klein für vier Rinder gewesen, daher durften wir noch einen kleinen Auslauf mit abzäunen).
Abends wollten wir dann die Pferde und Rinder aus den Wiesen evakuieren und zum Stall führen. (Der ist ca. 1km von der Wiese entfernt)
Während die Verpachter ihre zwei Pferde Chico und Danjo und das Shetty Bommel fertig machten, fingen wir unsere vier Rinder ein.
Wir hatten vor, je eine Kuh und ein Kalb zu führen und hofften, dass die Kühe nicht durchgingen.
Netterweise nahm unser Verpachter Milo zum Führen, da er sich anfangs stur stellte (Danke 🙂 ). Leider war Dunja auch sehr aufgeregt – und riss sich prompt los. Das hatte zur Folge, dass sich alle losrissen und erstmal auf die nicht eingezäunte Nachbarwiese galoppierten.
Dunja konnte ich mit einer Kartoffel anlocken und einfangen und auch Zera fing Anna wieder ein. Wieder ging unser Verpachter mit Milo voran, ich mit Dunja hinterher, die sehr zog. Amigo trabte neben seiner Mutter her.
Zum Glück ließen sich dann alle gut bis zum Stall führen und gingen nicht mehr durch.
Im Auslauf gab es dann erstmal frisches Heu und Wasser. Sie fühlen sich dort ganz wohl, auch wenn sie nicht so viel Platz wie auf ihrer Wiese haben. Wir hoffen nun, dass das Hochwasser zurückgeht. (Gestern waren nämlich die beiden Pferdewiesen und unsere Wiese überschwemmt, wir haben sie also zum richtigen Zeitpunkt dort weggeholt.)
Es gibt aber gute Neuigkeiten: Der Wasserpegel fällt! Wir hoffen, dass die Wiesen dann schnell trocknen, damit die Rinder und Pferde wieder auf die Wiesen können.

Die Rinder im Offenstall:

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Foto: Dunja beim Offenstall

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Foto: Anna und Amigo, (der sich im Heu lang macht) im Auslauf.

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Foto: Hier hat Amigo es sich in Annas Heu, dass wir immer in einen großen Treckerreifen legten, gemütlich gemacht (es sieht aber eher ungemütlich aus…) 😆

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Foto: Milo frisst zufrieden sein Heu.

Hier die Wiesen, die nun unter Wasser stehen:

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Foto: Der Hänger konnte leider nicht mehr von der Wiese gerettet werden.

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Foto: Hier wären unsere Kühe wohl zu Seekühen geworden. 😉

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Foto: Unsere Wiese unter Wasser

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Foto: Das ist die Pferdewiese, auf der unsere Rinder einen Tag lang standen, bevor wir sie zum Stall geholt haben. Sie wurde auch nicht vom Wasser verschont.

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Foto: Die Pferdewiese unter Wasser.

(c) Fotos, Text: Dunni

Amigos und Milos erste Führstunde

Die Kälber haben natürlich jedes Mal, wenn wir bei ihnen waren, ihre Halfter umbekommen, damit sie sich daran gewöhnen.
Aus dem Hänger führen oder hinein ging auch ganz gut, auch wenn sich gerade Milo manchmal stur stellt und sich ziehen lässt.

Wir haben ihnen dann mal wieder ihre Halfter umgemacht, sie an den Strick genommen und sind mit ihnen ein Stückchen auf der Wiese gegangen. Und mit Leckerlis klappte das auch prima. Während Zera mit Amigo voranstiefelte, ging ich mit Milo hinterher. Diesmal schaltete er nicht auf stur. 😉

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Foto: Amigo mit Halfter und Führstrick

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Foto: Milo mit Halfter und Führstrick

(c) Fotos, Text: Dunni

Dunjas Euterentzündung

Nachdem Dunja am 29.07.2007 ohne Medikamente trocken gestellt wurde, schien sie am 10.08.2007 etwas lustlos und lahm.
Wir riefen dann die Tierärztin, die Dunja untersuchte. Beim anmelken kamen dann aus dem linken, vorderen Euterviertel Flocken und gelblich-durchsichtige Suppe raus, anstatt schöne, weiße Milch. *urks*

Wir sollten dann morgens und abends das Euterviertel ausmelken (das ging mal gut, mal weniger gut…), den Strich desinfizieren und ein Antibiotikum in den Strich geben. Schon nach einer Behandlung kamen kaum noch Flocken aus dem Euter und nach fünf Behandlungen ging es Dunja wieder super.

Inzwischen ist ihr Euter deutlich kleiner und faltiger geworden. *freu*

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Foto: Dunja

(c) Foto, Text: Dunni

Der erste Tag oder „Pfoten weg vom Euter!!!“

Am nächsten Morgen fuhren wir also zu unseren Rindern, um die Kühe zu melken und die Kälber zu tränken.

Wir hatten vor, Dunja trockenzustellen und Anna weiterhin zu melken und mit ihrer Milch Amigo und Milo zu füttern.

Nachdem Anna angebunden war (wir hatten dafür zwei Holzzaunpfähle eingebuddelt) und einen Eimer mit Futter vor sich stehen hatte, wollten wir also melken. Wir wollten- Anna wollte nicht. Sobald man das Euter anfasste, trat sie oder wuchtete ihren schweren Körper flink zur Seite.
Nachdem wir schweißgebadet waren und skeptisch von den hungrigen Kälbchen beäugt wurden, nahmen wir erstmal Dunja dran.
Auch sie wurde angebunden und bekam einen Eimer mit Futter hingestellt. Solange Dunja was zu Fressen vor sich stehen hatte, ließ sie sich auch melken (und wir molken…oder heißt es melkten!?) um unser Leben. 😉

Nachdem die Kälbchen getränkt waren (Amigo wollte schon so ans Euter gehen, aber da spielte Dunja nicht mit und sie mussten eben mit dem Eimer vorlieb nehmen, so wie sie es auch kannten) versuchten wir nochmal Anna zu melken – keine Chance.
Also riefen wir die Tierärztin. Die kam dann, um Anna zu sedieren, also schläfrig zu spritzen.

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Foto: Anna mit großem Euter, leider war sie es nicht gewohnt von Hand gemolken zu werden, geschweige denn ein Kälbchen trinken zu lassen…

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Foto: …also musste sie sediert werden, damit ihr Sohn Amigo Milch trinken konnte.

Als Anna dann mit hängenden Ohren und verträumten Blick herumstand, führten wir Amigo zum Euter – und siehe da, er konnte aus dem Euter trinken! (Er wurde ja sonst nur aus einem normalen Eimer getränkt). Doch Milo stellte sich quer. Er wollte keinen Strich (=Zitze) ins Maul nehmen und nicht mal am Finger saugen – zum Verzweifeln. Da ist schonmal die übellaunige Kuh gebändigt und das Kalb stellt sich quer…

Also borgten wir uns einen Nuckeleimer, melkten dort Milch von der ruhiggestellten Anna hinein und fütterten Milo. Und nach anfänglicher Skepsis trank er tatsächlich aus dem künstlichen Strich.
Doch am Euter stellte er sich weiterhin stur. Steckte man ihm den Plastikstrich ins Maul saugte er – doch die echte Zitze spuckte er angewiedert aus.

Dunja stellten wir unterdessen trocken, da sie sowieso nicht mehr so viel Milch wie Anna gab.

Die Tierärztin kam also morgens und abends um Anna zu sedieren. Amigo wusste schon bald, wann die „Milchbar“ eröffnet war und ging selbstständig – wenn Anna ruhiggestellt war – zum Euter um zu trinken. Doch Milo wollte nicht…
Und dann am 02.08.2007, als wir die Hoffnung schon aufgegeben hatten und die Tierärztin fragten, ob es keine andere Lösung gab – da trank Milo aus dem Euter!
Zuerst ganz zaghaft, doch dann machte es im Kälberhirn „Klick“ und er merkte, das aus dem Rosa-Ballon leckere, warme Milch herauskam – vorausgesetzt man saugt dran! ^^ Wir waren echt erleichtert und sehr stolz auf Milo. 🙂

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Foto: Milo trinkt endlich aus Annas Euter! 😀

Wir bemerkten auch, dass wenn wir morgens kamen, um die Kälber aus dem Hänger zu lassen, Anna um den Hänger herum“schlich“ und leise muhte. Hatte sie etwa, nach vierwöchiger Trennungszeit ihren Sohn Amigo wiedererkannt!?
Sie hatte ihn am 30.06.07 auf der Wiese zur Welt gebracht (also noch auf dem alten Hof) und hatte sich rührend um Amigo gekümmert, abends wurden beide jedoch wieder getrennt.
Anna ging tatsächlich Amigo hinterher, muhte leise und wollte ihn ablecken. Amigo, der ja sowas nicht kannte, floh aber erstmal vor Anna.

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Foto: Anna erkennt ihren Sohn Amigo nach langer Trennungszeit wieder.

Zwischendurch versuchten wir auch, wenn Anna angebunden aber noch nicht sediert war, die Kälber so trinken zu lassen. Doch das wollte Anna (noch) nicht.
Milo steigerte sich auch von Tag zu Tag. Anfangs musste man ihm noch Hilfestellung geben, doch nach einigen Versuchen suchte er die Zitze schon selbstständig und saugte fleißig.

Und eine Woche später, es war Samstag Abend, banden wir Anna wie üblich an, damit sie ihre Spritze bekam. Doch ehe wir uns versahen, hing der freche Amigo am Euter und trank. Anna war noch etwas nervös, doch sie hielt still. Dann setzten wir Milo an die andere Seite und er trank auch. Und das ohne Beruhigungsspritze für Anna!

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Foto: Anna lässt ihren Sohn Amigo trinken, angebunden ist sie nicht. Wir trauten unseren Augen kaum und freuten uns riesig. Dennoch mussten wir Anna noch einige Male anbinden, damit beide Kälber auch ihre Mahlzeiten bekamen, doch bald durfte Amigo trinken wann er wollte und sein Kumpel Milo dockte dann einfach mit an. 🙂

(c) Fotos, Text: Dunni

27.07.2007 – Der Einzug der Rinder

Endlich war es soweit: Nach langem hin- und her und der fürchterlichen Ungewissheit, ob wir Anna und Dunja, sowie Amigo und Milo überhaupt kaufen durften, bekamen wir schließlich doch das lang ersehnte Ok.

Wir bezahlten also die Vier und bekamen dafür die Rinderpässe ausgehändigt. *g*

Um eine Pachtwiese, Futter, Wasser, Zaun hatten wir uns gekümmert und die Unterlagen vom VetAmt und der VIT waren auch da.
Nun stand der Transport an: Anna und Dunja waren noch nie transportiert worden und kannten demnach auch keinen Pferdeanhänger.
Doch erstaunlicherweise ging Anna, die als erstes verladen wurde, ganz gut die Rampe hoch. Sie war zwar äußerst nervös und Zera redete beruhigend auf sie ein, während ich Annas Sohn Amigo aus der Kälberbox holte und ebenfalls auf den Hänger führte.
Die Fahrt dauerte zum Glück nicht lange und wir redeten Anna immer wieder beruhigend zu, die sich sichtlich unwohl fühlte aber dennoch tapfer durchhielt.

Bei unserer Wiese angekommen ging Anna auch ziemlich gut Rückwärts die Rampe runter (nicht ohne vorher noch mal einen Kuhfladen im Hänger zu lassen…) und betrat ihr neues zu Hause, angeführt von Zera.
Amigo, der drei Wochen in einer Kälberbox gestanden hatte und noch nie richtig gelaufen war, drehte erstmal völlig durch und rannte und rannte und rannte (das Problem war, dass ich am anderen Ende des Führstricks hing und ihm so am Laufen hinderte. *g* ). Als er sich dann losgerissen hatte, gings schnurstracks durch den Zaun. Als der Strom dann aber angeschaltet war, hatte er zum Glück Respekt vor dem Zaun. 😉

Anna blieb ziemlich ruhig und nachdem wir eine „Kälbernanny“ aufgetrieben hatten, (Danke Thea! ^^) die auf Amigo aufpasste, während wir Milo und Dunja holten, gings wieder zum Stall.

Auch Dunja ließ sich erstaunlicherweise richtig gut auf den Hänger führen und diesmal beruhigte ich Dunja, während Zera Milo aus seiner Kälberbox holte. Dann fuhren wir ein zweites Mal den kurzen Holperweg zur Wiese.

Dunja ging auch super Rückwärts die Rampe runter (das Rückwärtsgehen hatten wir Anna und Dunja nämlich auch beigebracht^^).

Dann standen erstmal alle vier bedröppelt auf der Wiese. Amigo hatte sich beruhigt, die beiden Großen fingen an zu grasen und Milo entdeckte ebenfalls seine Beine zum Laufen.

Schnell verstanden sie auch, dass durch die weißen Bänder Strom floss (nunja, Milo brauchte mehrere Male, bis er begriff… 😉 ). Anna gab ein tiefes, erschrecktes Bisonbrüllen von sich, als sie mit ihrer Nase an den E-Zaun kam und eine gewischt bekam.

Unsere netten Verpachter stellten dann noch den Pferdehänger auf die Wiese, der für die Kälber erstmal als Nachtlager diente (wir trauten ihnen noch nicht so ganz… 😉 Außerdem regnete es immer mal wieder).

Abends bekamen alle noch Heu zu fressen und später führten wir die Kälber dann in den ausgetreuten Hänger (die Hinterlassenschaften der Kühe waren auch entfernt^^) und „schlossen“ sie dort ein.

Und als stolze Rinderbesitzer fuhren wir nach Hause. 😀

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Foto: Anna, Dunja und Milo.

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Foto: Milo, dahinter Amigo.

(c) Fotos: Zera, Dunni
(c) Text: Dunni